
Von Basstölpeln, Lerchen und Lappen
Erstes Treffen des BPS-Singekreises
Zweifelsohne ist das Lila, das Liederlager der BPS, eine ausgezeichnete Erfindung – aber einmal im Jahr mit singefreudigen Pfadis und ihren diversen Instrumenten zusammenzukommen, ist irgendwie etwas wenig. Und so hatte dank einer Idee von Lotte am letzten Aprilwochenende der BPS-Singekreis seine Geburtsstunde. Etwa zwölf Pfadis (die genaue Anzahl variierte) aus allen Regionen der BPS hatten sich samt Kontrabass, Geige, Klarinette, Trompete, Cajón, Blockflöten (eine davon weckte in uns Assoziationen zu einem IKEA-Möbelstück), Mundharmonika und natürlich zahlreicher Gitarren im Pfadihaus der Hannoveraner versammelt.
Nachdem wir am Freitag mit leckerem Essen und einer ausgiebigen Singerunde perfekt ins Wochenende gestartet waren, ließen wir am Samstag erstmal die Köpfe rauchen: Wie professionell wollen wir als Singekreis werden? Wollen wir danach streben, einen Singewettstreit zu gewinnen, oder starten wir einen Versuch, zumindest Publikumsliebling zu werden? Wie viele Stunden sind wir bereit zu fahren? Und wie nennen wir den Singekreis? Nicht auf alle Fragen konnten wir eine Antwort finden, aber es war ja auch nur das erste Treffen. Weiter ging es mit dem Ausprobieren der anwesenden Instrumente, bevor wir – ganz wie beim Lila-Chorprojekt – ein mehrstimmiges Lied mit Ella einüben durften. Nach Finnisch beim ersten Lila stand diesmal Schwedisch auf dem Programm und Cara fragte sich im Verlauf der Probe sicherlich mehrmals, ob es so eine gute Idee gewesen war, uns das Lied im Stockholmer Dialekt beizubringen – Buchstaben quasi zu atmen ist gar nicht so einfach…
Für den Sonntag wollten wir ausprobieren, wie es so ist, als Pfadis Straßenmusik zu machen. Dafür mussten wir am Nachmittag vorher natürlich noch geeignete Lieder auswählen und in die perfekte Reihenfolge bringen. Geprobt wurde auch noch, allerdings erst nach 22 Uhr, was dazu führte, dass die meisten sich am nächsten Tag nicht mehr so sehr gut an Absprachen zu Instrumentalteilen, Liedabfolgen und ähnlichen Dingen erinnern konnte. Das war aber nicht so wichtig, unsere Motivation machte das wieder wett. Zuerst in der List, später dann in der Eilenriede konnte wir zumindest das sehr junge Publikum (1 - 3 Jahre) begeistern, wobei Ultrafan Nr. 1 es irgendwie schaffte, bei „Nacht in Portugal“ einzuschlafen, und Ultrafan 2 beim Tanzen umfiel und dann von der zugehörigen Mutter weggetragen wurde. Wir hatten trotzdem Spaß und am Ende genügend Geld, um uns alle mit Eis zu versorgen – was will man mehr?
Was will man mehr? Weitere Singewochenenden natürlich! Ein mit Straßenmusik finanziertes Hajk! Eine Geige für Anna! Neue Lieder lernen! Einen Kontrabass bei jeder Singerunde! Instrumente im Überfluss! Und Basstölpel, Lerchen und Lappen in großer Zahl!


