Regionsthing Küste

Wider der norddeutschen Einsilbigkeit

Wie in jedem Jahr fallen auch in diesem dieselben Sätze während der Vorbereitung des RT Küste: „Es wird ja eh nur abgenickt.“ oder „Bestimmt sind wir bis zum Mittagessen wieder durch.“ Unsere stoische Art mit wenigen Worten Nägel mit Köpfen zu machen ist ein kleines Kulturgut. Immer mal wieder scheint es auch gern Teil des „Wir-Gefühls“ in der Region. „Nicht lang schnacken.“ könnte der Leitvers der letzten Jahre gewesen sein und damit sind wir bisher auch gut gefahren. Ein letztes Indiz ist dabei auch, dass unser Schriftführer selten beim Schreiben erwischt wurde und auf Nachfragen immer mit einem „Schon notiert.“ antwortete. Kurzum: Beim RT wird wenig diskutiert, schnell abgestimmt und darauf waren wir auch ein wenig stolz.

Am Freitag den 07.10. reisten die ersten also an: Quickborn, Aurich, OHZ. Aus Stockbrot-Teig werden Pizzabrötchen, aus Topfdeckel eine Alupfanne für einige Würsten, die unter einigem Herumgeflachse mal braun, mal bräuner wurden. Hauptsache es schmeckt. Die Beratung über die morgigen Mahlzeiten ist etwas umständlicher, drei Mahlzeiten mit Teig? Das muss anders gehen. Morgens, Mittags, Abends Brötchen – hier braucht es eine Abwechslung. Nach einigem Hin und Her wird sich auf ein Mittagessen geeignet, welches keinen Teig enthält. Bei der Nachtisch- Diskussion lässt sich allerdings keine Mehrheit geschweige denn Einigkeit erzielen. Hier hätten wir vielleicht aufhorchen sollen, doch stattdessen wird das Thema fallen gelassen. Tschai ist auch noch vorhanden und nach ein wenig Musik und Schnitzen im Haus wird die Schlafenszeit eingeläutet.

 

Wir schließen das Abendbrot direkt an. Pizzabrötchen. Obwohl wir nun also bereits über Stunden zusammen saßen, geredet und zugehört hatten genoßen wir noch die Zeit miteinander, sprachen noch etwas mehr, hörten noch etwas zu, bis die ersten wieder von dannen zogen. Mit im Gepäck: ein Tag voller Gemeinschaft, Dankbarkeit für engagierte und mitdenkende Mitpfadis und neue Ideen für die kommenden ReLas. Es war anstrengend gewesen, aber wir hatten auch viel geschafft und so lohnte es sich für die Übernachtenden noch abends bis spät, sehr spät am Feuer zu sitzen und zu singen. Die ein oder andere Person griff des nachts noch für einen Mitternachtssnack in den Kühlschrank. Einige Stunden nach Mitternacht waren die Gitarren dann doch verstummt und nur ein Schnarchen ward noch zu hören.

Am Sonntag wurde früh aufgestanden und ein letztes Mal gemeinsam gefrühstückt. Wie hatte sich der Käse im Konvektomat bloß so ins Gitter eingefressen? Muss wohl von den gestrigen Pizzabrötchen sein. Nun. Die Frühstücksbrötchen gehen vor, das Gemeindezentrum füllt sich mit Käse-Aroma. Dankbarerweise kratzt die Itzehoer Hausmeisterin unser bereits sehr kross gebackenes Malheur später ab und wir können gemeinsam noch den Gottesdienst genießen. Während also alle Pfadis wieder von dannen ziehen, blieben die ein oder andere Plane, Hausschuhe, Kartenspiel und Opinel zurück. Da lohnt sich ein baldiges Wiedersehen.